2373
Auerbachs Keller in Leipzig.
2374
Zeche lustiger Gesellen.
2375
Frosch.
2376
Will keiner trinken? keiner lachen?
2377
Ich will euch lehren Gesichter machen!
2378
Ihr seyd ja heut wie nasses Stroh,
2379
Und brennt sonst immer lichterloh.
2380
Brander.
2381
Das liegt an dir; du bringst ja nichts herbey,
2382
Nicht eine Dummheit, keine Sauerey.
2383
Frosch
2384
(gießt ihm ein Glas Wein über den Kopf.)
2385
Da hast du beydes!
2386
Brander.
2387
Doppelt Schwein!
2388
Frosch.
2389
Ihr wollt' es ja, man soll es seyn!
2390
Siebel.
2391
Zur Thür hinaus wer sich entzweyt!
2392
Mit offner Brust singt Runda, sauft und schreyt!
2393
Auf! Holla! Ho!
2394
Altmayer.
2395
Weh mir, ich bin verloren!
2396
Baumwolle her! der Kerl sprengt mir die Ohren.
2397
Siebel.
2398
Wenn das Gewölbe wiederschallt,
2399
Fühlt man erst recht des Basses Grundgewalt.
2400
Frosch.
2401
So recht, hinaus mit dem der etwas übel nimmt!
2402
A! tara lara da!
2403
Altmayer.
2404
A! tara lara da!
2405
Frosch.
2406
Die Kehlen sind gestimmt.
2407
(Singt.)
2408
Das liebe, heil'ge Röm'sche Reich,
2409
Wie hält's nur noch zusammen?
2410
Brander.
2411
Ein garstig Lied! Pfuy! ein politisch Lied!
2412
Ein leidig Lied! Dankt Gott mit jedem Morgen
2413
Daß ihr nicht braucht für's Röm'sche Reich zu sorgen!
2414
Ich halt' es wenigstens für reichlichen Gewinn,
2415
Daß ich nicht Kaiser oder Kanzler bin.
2416
Doch muß auch uns ein Oberhaupt nicht fehlen;
2417
Wir wollen einen Papst erwählen.
2418
Ihr wißt, welch eine Qualität
2419
Den Ausschlag giebt, den Mann erhöht.
2420
Frosch singt.
2421
Schwing' dich auf, Frau Nachtigall,
2422
Grüß' mir mein Liebchen zehentausendmal.
2423
Siebel.
2424
Dem Liebchen keinen Gruß! ich will davon nichts hören!
2425
Frosch.
2426
Dem Liebchen Gruß und Kuß! du wirst mir's nicht verwehren!
2427
(Singt.)
2428
Riegel auf! in stiller Nacht.
2429
Riegel auf! der Liebste wacht.
2430
Riegel zu! des Morgens früh.
2431
Siebel.
2432
Ja, singe, singe nur, und lob' und rühme sie!
2433
Ich will zu meiner Zeit schon lachen.
2434
Sie hat mich angeführt, dir wird sie's auch so machen.
2435
Zum Liebsten sey ein Kobold ihr bescheert!
2436
Der mag mit ihr auf einem Kreuzweg schäkern;
2437
Ein alter Bock, wenn er vom Blocksberg kehrt,
2438
Mag im Galopp noch gute Nacht ihr meckern!
2439
Ein braver Kerl von echtem Fleisch und Blut
2440
Ist für die Dirne viel zu gut.
2441
Ich will von keinem Gruße wissen,
2442
Als ihr die Fenster eingeschmissen!
2443
Brander auf den Tisch schlagend.
2444
Paßt auf! paßt auf! Gehorchet mir!
2445
Ihr Herrn gesteht, ich weiß zu leben,
2446
Verliebte Leute sitzen hier,
2447
Und diesen muß, nach Standsgebühr,
2448
Zur guten Nacht ich was zum Besten geben.
2449
Gebt Acht! Ein Lied vom neusten Schnitt!
2450
Und singt den Rundreim kräftig mit!
2451
(Er singt.)
2452
Es war eine Ratt' im Kellernest,
2453
Lebte nur von Fett und Butter,
2454
Hatte sich ein Ränzlein angemäst't,
2455
Als wie der Doctor Luther.
2456
Die Köchinn hatt' ihr Gift gestellt;
2457
Da ward's so eng' ihr in der Welt,
2458
Als hätte sie Lieb' im Leibe.
2459
Chorus jauchzend.
2460
Als hätte sie Lieb' im Leibe.
2461
Brander.
2462
Sie fuhr herum, sie fuhr heraus,
2463
Und soff aus allen Pfützen,
2464
Zernagt', zerkratzt' das ganze Haus,
2465
Wollte nichts ihr Wüthen nützen;
2466
Sie thät gar manchen Aengstesprung,
2467
Bald hatte das arme Thier genung,
2468
Als hätt' es Lieb' im Leibe.
2469
Chorus.
2470
Als hätt' es Lieb' im Leibe.
2471
Brander.
2472
Sie kam für Angst am hellen Tag
2473
Der Küche zugelaufen,
2474
Fiel an den Heerd und zuckt' und lag,
2475
Und thät erbärmlich schnaufen.
2476
Da lachte die Vergifterinn noch:
2477
Ha! sie pfeift auf dem letzten Loch,
2478
Als hätte sie Lieb' im Leibe.
2479
Chorus.
2480
Als hätte sie Lieb' im Leibe.
2481
Siebel.
2482
Wie sich die platten Bursche freuen!
2483
Es ist mir eine rechte Kunst,
2484
Den armen Ratten Gift zu streuen!
2485
Brander.
2486
Sie stehn wohl sehr in deiner Gunst?
2487
Altmayer.
2488
Der Schmerbauch mit der kahlen Platte!
2489
Das Unglück macht ihn zahm und mild;
2490
Er sieht in der geschwollnen Ratte
2491
Sein ganz natürlich Ebenbild.
2492
Faust und Mephistopheles.
2493
Mephistopheles.
2494
Ich muß dich nun vor allen Dingen
2495
In lustige Gesellschaft bringen,
2496
Damit du siehst, wie leicht sich's leben läßt.
2497
Dem Volke hier wird jeder Tag ein Fest.
2498
Mit wenig Witz und viel Behagen
2499
Dreht jeder sich im engen Zirkeltanz,
2500
Wie junge Katzen mit dem Schwanz.
2501
Wenn sie nicht über Kopfweh klagen,
2502
So lang' der Wirth nur weiter borgt,
2503
Sind sie vergnügt und unbesorgt.
2504
Brander.
2505
Die kommen eben von der Reise,
2506
Man sieht's an ihrer wunderlichen Weise;
2507
Sie sind nicht eine Stunde hier.
2508
Frosch.
2509
Wahrhaftig du hast Recht! Mein Leipzig lob' ich mir!
2510
Es ist ein klein Paris, und bildet seine Leute.
2511
Siebel.
2512
Für was siehst du die Fremden an?
2513
Frosch.
2514
Laßt mich nur gehn! bey einem vollen Glase,
2515
Zieh' ich, wie einen Kinderzahn,
2516
Den Burschen leicht die Würmer aus der Nase.
2517
Sie scheinen mir aus einem edlen Haus,
2518
Sie sehen stolz und unzufrieden aus.
2519
Brander.
2520
Marktschreyer sind's gewiß, ich wette!
2521
Altmayer.
2522
Vielleicht.
2523
Frosch.
2524
Gib Acht, ich schraube sie!
2525
Mephistopheles zu Faust.
2526
Den Teufel spürt das Völkchen nie,
2527
Und wenn er sie beym Kragen hätte.
2528
Faust.
2529
Seyd uns gegrüßt, ihr Herrn!
2530
Siebel.
2531
Viel Dank zum Gegengruß.
2532
(Leise, Mephistopheles von der Seite ansehend.)
2533
Was hinkt der Kerl auf Einem Fuß?
2534
Mephistopheles.
2535
Ist es erlaubt, uns auch zu euch zu setzen?
2536
Statt eines guten Trunks, den man nicht haben kann,
2537
Soll die Gesellschaft uns ergetzen.
2538
Altmayer.
2539
Ihr scheint ein sehr verwöhnter Mann.
2540
Frosch.
2541
Ihr seyd wohl spät von Rippach aufgebrochen?
2542
Habt ihr mit Herren Hans noch erst zu Nacht gespeis't?
2543
Mephistopheles.
2544
Heut sind wir ihn vorbey gereis't;
2545
Wir haben ihn das letztemal gesprochen.
2546
Von seinen Vettern wußt' er viel zu sagen,
2547
Viel Grüße hat er uns an jeden aufgetragen.
2548
(Er neigt sich gegen Frosch.)
2549
Altmayer. leise
2550
Da hast du's! der versteht's!
2551
Siebel.
2552
Ein pfiffiger Patron!
2553
Frosch.
2554
Nun, warte nur, ich krieg' ihn schon!
2555
Mephistopheles.
2556
Wenn ich nicht irrte, hörten wir
2557
Geübte Stimmen Chorus singen?
2558
Gewiß, Gesang muß trefflich hier
2559
Von dieser Wölbung wiederklingen!
2560
Frosch.
2561
Seyd ihr wohl gar ein Virtuos?
2562
Mephistopheles.
2563
O nein! die Kraft ist schwach, allein die Lust ist groß.
2564
Altmayer.
2565
Gebt uns ein Lied!
2566
Mephistopheles.
2567
Wenn ihr begehrt, die Menge.
2568
Siebel.
2569
Nur auch ein nagelneues Stück!
2570
Mephistopheles.
2571
Wir kommen erst aus Spanien zurück,
2572
Dem schönen Land des Weins und der Gesänge.
2573
(Singt.)
2574
Es war einmal ein König,
2575
Der hatt' einen großen Floh --
2576
Frosch.
2577
Horcht! Einen Floh! Habt ihr das wohl gefaßt?
2578
Ein Floh ist mir ein saub'rer Gast.
2579
Mephistopheles singt.
2580
Es war einmal ein König,
2581
Der hatt' einen großen Floh,
2582
Den liebt' er gar nicht wenig,
2583
Als wie seinen eignen Sohn.
2584
Da rief er seinen Schneider,
2585
Der Schneider kam heran.
2586
Da miß dem Junker Kleider,
2587
Und miß ihm Hosen an!
2588
Brander.
2589
Vergeßt nur nicht dem Schneider einzuschärfen,
2590
Daß er mir auf's genauste mißt,
2591
Und daß, so lieb sein Kopf ihm ist,
2592
Die Hosen keine Falten werfen!
2593
Mephistopheles.
2594
In Sammet und in Seide
2595
War er nun angethan,
2596
Hatte Bänder auf dem Kleide,
2597
Hatt' auch ein Kreuz daran,
2598
Und war sogleich Minister,
2599
Und hatt' einen großen Stern.
2600
Da wurden seine Geschwister
2601
Bey Hof' auch große Herrn.
2602
Und Herrn und Frau'n am Hofe,
2603
Die waren sehr geplagt,
2604
Die Königinn und die Zofe
2605
Gestochen und genagt,
2606
Und durften sie nicht knicken,
2607
Und weg sie jucken nicht.
2608
Wir knicken und ersticken
2609
Doch gleich wenn einer sticht.
2610
Chorus jauchzend.
2611
Wir knicken und ersticken
2612
Doch gleich wenn einer sticht.
2613
Frosch.
2614
Bravo! Bravo! Das war schön!
2615
Siebel.
2616
So soll es jedem Floh ergehn!
2617
Brander.
2618
Spitzt die Finger und packt sie fein!
2619
Altmayer.
2620
Es lebe die Freyheit! Es lebe der Wein!
2621
Mephistopheles.
2622
Ich tränke gern ein Glas, die Freyheit hoch zu ehren,
2623
Wenn eure Weine nur ein Bißchen besser wären.
2624
Siebel.
2625
Wir mögen das nicht wieder hören!
2626
Mephistopheles.
2627
Ich fürchte nur der Wirth beschweret sich,
2628
Sonst gäb' ich diesen werthen Gästen
2629
Aus unserm Keller was zum Besten.
2630
Siebel.
2631
Nur immer her! ich nehm's auf mich.
2632
Frosch.
2633
Schafft ihr ein gutes Glas, so wollen wir euch loben.
2634
Nur gebt nicht gar zu kleine Proben;
2635
Denn wenn ich judiciren soll,
2636
Verlang' ich auch das Maul recht voll.
2637
Altmayer leise.
2638
Sie sind vom Rheine, wie ich spüre.
2639
Mephistopheles.
2640
Schafft einen Bohrer an!
2641
Brander.
2642
Was soll mit dem geschehn?
2643
Ihr habt doch nicht die Fässer vor der Thüre?
2644
Altmayer.
2645
Dahinten hat der Wirth ein Körbchen Werkzeug stehn.
2646
Mephistopheles nimmt den Bohrer.
2647
(zu Frosch)
2648
Nun sagt, was wünschet ihr zu schmecken?
2649
Frosch.
2650
Wie meynt ihr das? Habt ihr so mancherley?
2651
Mephistopheles.
2652
Ich stell' es einem jeden frey.
2653
Altmayer zu Frosch.
2654
Aha! du fängst schon an die Lippen abzulecken.
2655
Frosch.
2656
Gut! wenn ich wählen soll, so will ich Rheinwein haben.
2657
Das Vaterland verleiht die allerbesten Gaben.
2658
Mephistopheles.
2659
(indem er an dem Platz, wo Frosch sitzt, ein Loch in den Tischrand bohrt.)
2660
Verschafft ein wenig Wachs, die Pfropfen gleich zu machen!
2661
Altmayer.
2662
Ach das sind Taschenspielersachen.
2663
Mephistopheles zu Brander.
2664
Und ihr?
2665
Brander.
2666
Ich will Champagner Wein,
2667
Und recht mussirend soll er seyn!
2668
Mephistopheles.
2669
(bohrt, einer hat indessen die Wachspropfen[Wachspfropfen] gemacht und verstopft.)
2670
Brander.
2671
Man kann nicht stets das Fremde meiden,
2672
Das Gute liegt uns oft so fern.
2673
Ein echter deutscher Mann mag keinen Franzen leiden,
2674
Doch ihre Weine trinkt er gern.
2675
Siebel.
2676
(indem sich Mephistopheles seinem Platze nähert.)
2677
Ich muß gestehn, den sauren mag ich nicht,
2678
Gebt mir ein Glas vom echten süßen!
2679
Mephistopheles bohrt.
2680
Euch soll sogleich Tokayer fließen.
2681
Altmayer.
2682
Nein, Herren, seht mir in's Gesicht!
2683
Ich seh' es ein, ihr habt uns nur zum Besten.
2684
Mephistopheles.
2685
Ey! Ey! Mit solchen edlen Gästen
2686
Wär' es ein Bißchen viel gewagt.
2687
Geschwind! Nur grad' heraus gesagt!
2688
Mit welchem Weine kann ich dienen?
2689
Altmayer.
2690
Mit jedem! Nur nicht lang gefragt.
2691
(Nachdem die Löcher alle gebohrt und verstopft sind,)
2692
Mephistopheles mit seltsamen Geberden.
2693
Trauben trägt der Weinstock!
2694
Hörner der Ziegenbock;
2695
Der Wein ist saftig, Holz die Reben,
2696
Der hölzerne Tisch kann Wein auch geben.
2697
Ein tiefer Blick in die Natur!
2698
Hier ist ein Wunder, glaubet nur!
2699
Nun zieht die Pfropfen und genießt!
2700
Alle.
2701
(indem sie die Pfropfen ziehen, und jedem der verlangte Wein in's Glas läuft.)
2702
O schöner Brunnen, der uns fließt!
2703
Mephistopheles.
2704
Nur hütet euch, daß ihr mir nichts vergießt!
2705
(Sie trinken wiederholt.)
2706
Alle singen.
2707
Uns ist ganz kannibalisch wohl,
2708
Als wie fünf hundert Säuen!
2709
Mephistopheles.
2710
Das Volk ist frey, seht an, wie wohl's ihm geht!
2711
Faust.
2712
Ich hätte Lust nun abzufahren.
2713
Mephistopheles.
2714
Gib nur erst Acht, die Bestialität
2715
Wird sich gar herrlich offenbaren.
2716
Siebel.
2717
(trinkt unvorsichtig, der Wein fließt auf die Erde, und wird zur Flamme.)
2718
Helft! Feuer! helft! die Hölle brennt!
2719
Mephistopheles die Flamme besprechend.
2720
Sey ruhig, freundlich Element!
2721
(zu dem Gesellen.)
2722
Für dießmal war es nur ein Tropfen Fegefeuer.
2723
Siebel.
2724
Was soll das seyn? Wart! ihr bezahlt es theuer!
2725
Es scheinet, daß ihr uns nicht kennt.
2726
Frosch.
2727
Laß er uns das zum zweytenmale bleiben!
2728
Altmayer.
2729
Ich dächt', wir hießen ihn ganz sachte seitwärts gehn.
2730
Siebel.
2731
Was Herr? Er will sich unterstehn,
2732
Und hier sein Hokuspokus treiben?
2733
Mephistopheles.
2734
Still, altes Weinfaß!
2735
Siebel.
2736
Besenstiel!
2737
Du willst uns gar noch grob begegnen?
2738
Brander.
2739
Wart nur! es sollen Schläge regnen.
2740
Altmayer.
2741
(zieht einen Pfropf aus dem Tisch, es springt ihm Feuer entgegen.)
2742
Ich brenne! ich brenne!
2743
Siebel.
2744
Zauberey!
2745
Stoßt zu! der Kerl ist vogelfrey!
2746
(Sie ziehen die Messer und gehn auf Mephistopheles los.)
2747
Mephistopheles mit ernsthafter Geberde.
2748
Falsch Gebild und Wort
2749
Verändern Sinn und Ort!
2750
Seyd hier und dort!
2751
(Sie stehn erstaunt und sehn einander an.)
2752
Altmayer.
2753
Wo bin ich? Welches schöne Land!
2754
Frosch.
2755
Weinberge! Seh' ich recht?
2756
Siebel.
2757
Und Trauben gleich zur Hand!
2758
Brander.
2759
Hier unter diesem grünen Laube,
2760
Seht, welch ein Stock! Seht, welche Traube!
2761
(Er faßt Siebeln bei[bey] der Nase. Die andern thun es wechselseitig und heben die Messer.)
2762
Mephistopheles wie oben.
2763
Irrthum, laß los der Augen Band!
2764
Und merkt euch, wie der Teufel spaße.
2765
(Er verschwindet mit Faust, die Gesellen fahren aus einander.)
2766
Siebel.
2767
Was giebt's?
2768
Altmayer.
2769
Wie?
2770
Frosch.
2771
War das deine Nase?
2772
Brander (zu Siebel)
2773
Und deine hab' ich in der Hand!
2774
Altmayer.
2775
Es war ein Schlag, der ging durch alle Glieder!
2776
Schafft einen Stuhl, ich sinke nieder!
2777
Frosch.
2778
Nein, sagt mir nur, was ist geschehn?
2779
Siebel.
2780
Wo ist der Kerl? Wenn ich ihn spüre,
2781
Er soll mir nicht lebendig gehn!
2782
Altmayer.
2783
Ich hab' ihn selbst hinaus zur Kellerthüre --
2784
Auf einem Fasse reiten sehn -- --
2785
Es liegt mir bleyschwer in den Füßen.
2786
(Sich nach dem Tische wendend.)
2787
Mein! Sollte wohl der Wein noch fließen?
2788
Siebel.
2789
Betrug war alles, Lug und Schein.
2790
Frosch.
2791
Mir däuchte doch als tränk' ich Wein.
2792
Brander.
2793
Aber wie war es mit den Trauben?
2794
Altmayer.
2795
Nun sag' mir eins, man soll kein Wunder glauben!
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